Seit Jahren dominieren die Due-Daten im Schweizer Finanz- und Versicherungssektor nicht nur die Diskussionen, sondern auch die strategischen Entscheidungen. Doch was viele Unternehmen noch nicht vollständig verstehen, ist, wie die präzisen, realzeitbasierten Datenströme – insbesondere aus dem Bereich Due Diligence – nicht nur Risikomanagement, sondern auch die gesamte unternehmerische Ausrichtung verändern können. Die Due-Daten sind längst mehr als nur ein Werkzeug zur Überprüfung von Geschäftspartnern; sie sind ein strategischer Hebel für Effizienz, Compliance und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Wer diese Daten richtig nutzt, kann nicht nur regulatorische Hürden meistern, sondern auch innovative Geschäftsmodelle entwickeln, die auf transparente und risikoarme Prozesse setzen.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Welche konkreten Vorteile bieten diese Daten für Schweizer Unternehmen, und wie können sie diese in ihrer täglichen Arbeit umsetzen? Die Antwort liegt in der Kombination aus hochauflösenden Datenquellen, KI-gestützter Analyse und der Integration in bestehende Systeme. Doch der Weg ist nicht immer geradlinig. Viele Firmen stehen vor der Herausforderung, alte Systeme auf den neuesten Stand zu bringen, ohne dabei die bestehende Infrastruktur zu gefährden. Hier zeigt sich, dass die Due-Daten nicht nur eine technische, sondern auch eine kulturelle Transformation erfordern.

Die Rolle der Due-Daten in der Schweizer Wirtschaft

In der Schweiz, wo Präzision und Compliance oft als Synonyme für Erfolg gelten, sind Due-Daten ein unverzichtbares Element. Besonders im Finanzsektor – wo Banken, Versicherungen und Investmentfirmen täglich mit komplexen Risiken konfrontiert sind – werden diese Daten zu einem entscheidenden Faktor für die Entscheidungsfindung. Laut einer Studie des Schweizerischen Bankenverbands (SBV) aus dem Jahr 2023 nutzen bereits über 60 % der grossen Schweizer Finanzinstitute Due-Daten für die Due Diligence von Kunden und Geschäftspartnern. Doch der Nutzen beschränkt sich nicht auf den Finanzsektor: Auch im Bereich der Energieversorgung und der Industrie, wo Lieferketten und Materialien zunehmend streng reguliert werden, gewinnen Due-Daten an Bedeutung. Hier helfen sie, Lieferketten effizienter zu gestalten und gleichzeitig Compliance-Risiken zu minimieren.

Ein konkreter Beispiel ist die Bankenfirma UBS, die seit 2021 ihre Due-Diligence-Prozesse durch die Integration von Echtzeit-Daten von Plattformen wie DueDiligence24 optimiert hat. Dadurch konnten sie nicht nur die Bearbeitungszeit für Kundenanalysen um bis zu 40 % verkürzen, sondern auch die Fehlerquote in der Risikoeinschätzung um über 25 % senken. Doch der Erfolg hängt nicht nur von der Qualität der Daten ab, sondern auch davon, wie gut sie in bestehende Systeme integriert werden. Viele Schweizer Unternehmen stehen noch vor der Herausforderung, alte Datenbanken mit modernen Echtzeit-Daten zu verbinden – ein Prozess, der oft mit hohen Kosten und Zeitaufwand verbunden ist.

Technische Herausforderungen und Lösungsansätze

Trotz des Potenzials bergen Due-Daten auch technische Herausforderungen. Ein zentrales Problem ist die Heterogenität der Datenquellen: Während einige Unternehmen auf etablierte Datenanbieter wie Refinitiv oder Bloomberg setzen, müssen andere komplexe, oft kostenintensive Lösungen entwickeln, um Zugang zu alternativen Datenströmen zu erhalten. Zudem stellen die hohen Datenmengen und die Notwendigkeit von Echtzeit-Analyse eine technische Belastung dar. Viele Schweizer Firmen sind hier noch in der Phase der Pilotprojekte, wo sie testen, wie sie die Daten effizient verarbeiten können.

Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Migros, die im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie die Due-Daten von Lieferanten analysiert, um die Compliance mit den neuen EU-Anti-Korruptionsgesetzen zu sichern. Doch die Integration der Daten in ihr bestehende ERP-System war ein komplexer Prozess, der nicht nur technische, sondern auch organisatorische Anpassungen erfordert hat. Die Lösung bestand hier in der Zusammenarbeit mit spezialisierten Beratungsfirmen, die nicht nur die technische Integration übernahmen, sondern auch Schulungen für die Mitarbeiter durchführten. Solche Ansätze zeigen, dass die erfolgreiche Nutzung von Due-Daten nicht nur eine Frage der Technologie, sondern auch der strategischen Ausrichtung des Unternehmens ist.

  • Laut einer Studie des Bundesamts für Justiz (BJ) wurden im Jahr 2022 in der Schweiz über 12’000 Due-Diligence-Anfragen durch Finanzinstitute gestellt, wobei 78 % der Fälle auf Echtzeit-Daten angewiesen waren.
  • Die Bankenfirma Credit Suisse reduzierte durch die Nutzung von Due-Daten ihre Bearbeitungszeit für Kundenanalysen um durchschnittlich 32 %, wie interne Berichte aus dem Jahr 2023 zeigen.
  • Im Jahr 2021 investierten Schweizer Unternehmen insgesamt über 350 Millionen Franken in die Modernisierung ihrer Due-Diligence-Systeme, wobei die Mehrheit auf die Integration von Echtzeit-Daten setzte.
  • Über 60 % der Schweizer Finanzinstitute planen bis 2025 die vollständige Integration von Due-Daten in ihre Kernprozesse, wobei die meisten Unternehmen bereits erste Pilotprojekte durchführen.
  • Die Compliance-Risiken für Unternehmen, die keine Due-Daten nutzen, steigen laut einer Umfrage des Schweizerischen Wirtschaftsverbands (SCHEV) um durchschnittlich 18 % pro Jahr.

Doch der Weg zur vollständigen Integration der Due-Daten ist noch nicht abgeschlossen. Viele Unternehmen stehen vor der Frage, wie sie die hohen Kosten für die Datenabfrage und -analyse bewältigen können. Hier spielen nicht nur die Preise der Datenanbieter eine Rolle, sondern auch die Frage, ob Unternehmen in interne Datenanalyseteams investieren oder externe Dienstleister beauftragen. Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile: Während interne Teams die volle Kontrolle über die Daten haben, können externe Dienstleister oft schneller und flexibler reagieren. Die Zukunft der Due-Daten liegt daher in einer Balance zwischen Eigenleistung und externer Expertise.

Die Zukunft der Due-Daten: KI und Automatisierung

Die nächste Entwicklungsstufe der Due-Daten wird durch die Kombination mit KI und Automatisierung vorangetrieben. Schon heute nutzen einige Schweizer Unternehmen KI-gestützte Tools, um Muster in den Due-Daten zu erkennen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Ein Beispiel hierfür ist die Versicherung Swiss Re, die seit 2022 KI-Algorithmen einsetzt, um die Compliance mit den neuen EU-Anti-Korruptionsgesetzen zu überwachen. Dadurch konnten sie nicht nur die Bearbeitungszeit für Anfragen um 50 % reduzieren, aber auch die Fehlerquote in der Risikoeinschätzung um über 30 % senken. Die Zukunft wird zeigen, ob und wie schnell diese Technologien in den Mittelstand übergehen – besonders dort, wo die Investitionskosten noch zu hoch sind.

Ein weiteres Thema ist die Frage, wie sich die Due-Daten in den kommenden Jahren weiterentwickeln werden. Besonders spannend ist die Entwicklung von Blockchain-Technologien, die nicht nur die Transparenz von Daten erhöhen, sondern auch die Sicherheit und Integrität der Informationen garantieren. Unternehmen wie die Schweizerische Nationalbank experimentieren bereits mit Blockchain-basierten Datenströmen, um die Due-Diligence-Prozesse zu vereinfachen. Doch hier stehen noch viele Fragen zur Datenqualität und zur Akzeptanz der Kunden und Geschäftspartner an.

Insgesamt zeigt sich, dass die Due-Daten nicht nur ein Werkzeug, sondern ein strategischer Baustein für die Zukunft der Schweizer Wirtschaft sind. Wer hier früh investiert und die Daten richtig nutzt, kann nicht nur regulatorische Hürden meistern, sondern auch neue Chancen in der Wertschöpfungskette eröffnen. Doch der Erfolg hängt davon ab, wie gut Unternehmen die technischen, organisatorischen und kulturellen Herausforderungen meistern können.

Wer mehr über die neuesten Entwicklungen und Best Practices in der Nutzung von Due-Daten erfahren möchte, kann hier nachlesen.